Spiraldynamik

Bobath

Beginn:
31. Aug 2020
Ende:
15. Jan 2021
Anmelde​schluss:
31. Aug 2020
zuletzt aktualisiert:
23. Okt 2020
Kurs-Nr.:
BB20K1
Preis:
1650,00 EUR
Ort:
Leverkusen
16
Dozent:

Beschreibung

Termine:

 

BB20K1 (2 Module)
31.08.- 09.09.2020 Teil 1
11.01.- 15.01.2021 Teil 2

 

Teilnahmevoraussetzungen:

 

Ein Jahr Vollzeit-Berufserfahrung (38,5-40 Std./ Woche) für Physio- und Ergotherapeuten. Bitte senden Sie uns zeitnah nach der Anmeldung eine Kopie Ihrer Berufsurkunde per Mail oder Post zu.

Auschlaggebend ist das Datum der Berufsurkunde.

Teilzeitbeschäftigte werden entsprechend ihrer wöchentlichen Arbeitszeit berücksichtigt (min. 15 Std./ Woche).

Berechnung:

30 Wochenarbeitsstunden = 1,5 Jahre Wartezeit
20 Wochenarbeitsstunden = 2 Jahre Wartezeit
15 Wochenarbeitsstunden = 2,25 Jahre Wartezeit

Die Weiterbildung umfasst 150 Unterrichtsstunden und setzt sich aus einem Grundkurs mit 100 Unterrichtstunden und einem Aufbaukurs mit 50 Unterrichtsstunden zusammen. Während des Aufbaukurses wird die Abschlußprüfung nach IKK-Vorgaben durchgeführt. Nach bestandener Prüfung sind die Richtlinien der Kassen für die Abrechnungsposition 1f erfüllt.

Beschreibung:

 

Das Bobath-Konzept ist ein multidisziplinärer rehabilitativer Ansatz in Therapie und Pflege von Patienten mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Im angloamerikanischen Sprachraum wird das Konzept auch als Neuro-Developmental Treatment (NDT) bezeichnet.

Das Konzept wird von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Pflegekräften angewendet. Eingesetzt wird das Bobath-Konzept in der Behandlung von Erwachsenen mit zerebralen Bewegungsstörungen, sensomotorischen Störungen und neuromuskulären Erkrankungen wie Schlaganfall, Multipler Sklerose, intrazerebraler Blutung, Schädel-Hirn-Trauma, Erkrankungen des Rückenmarks, Enzephalitis, Hirntumoren, Morbus Parkinson und peripheren Nervenschädigungen.

Grundlegende Annahme und Vorgehensweise

Das Konzept beruht auf der Annahme der „Umorganisationsfähigkeit“ (Plastizität) des Gehirns, das heißt, dass gesunde Hirnregionen die zuvor von den erkrankten Regionen ausgeführten Aufgaben neu lernen und übernehmen können. Häufig sind bei traumatischen Hirnschädigungen nicht die eigentlichen Kontrollzentren zerstört, sondern Verbindungswege unterbrochen, die mit konsequenter Förderung und Stimulation des Patienten durch alle betreuenden Personen neu gebahnt werden können.

Die Erkenntnis das die Möglichkeiten, die sich durch die Plastizität des Gehirns ergeben, verloren gegangene Funktionen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, können durch Vernetzung und Intensivierung anderer Hirnbereiche wiedererlangt werden. Hierzu werden Bewegungssequenzen durch repetitives Üben (ständiges Wiederholen) wieder „eingeschliffen“. Das heißt, es werden intakte Verbindungen (Synapsen) zwischen den Nervenfasern rekrutiert, so dass neuronale Funktionsverbände aufgebaut werden, um die motorische Funktion herzustellen.

Insbesondere nach einem Schlaganfall bei halbseitig gelähmten Menschen (Hemiplegikern) kann das Konzept in der Rehabilitation angewendet werden. Es muss kritisch angemerkt werden, dass das Bobath-Prinzip im Gegensatz zu anderen Therapien, wie zum Beispiel der Forced Use Therapy (FUT), bisher nicht durch wissenschaftliche Studien als signifikant wirksam eingestuft wurde. Das Bobath-Konzept wird dennoch weltweit mit fraglichem Erfolg angewendet.

Hemiplegiker neigen häufig dazu, ihre gelähmte (mehr betroffene) Körperseite – bis zur völligen Leugnung – zu vernachlässigen und ihre Einschränkungen um so mehr mit ihrer beweglichen (weniger betroffenen) Körperseite zu kompensieren. Solche einseitigen Bewegungen helfen dem Patienten jedoch nur vordergründig, da die mehr betroffene Seite nicht die Möglichkeit erhält, neue Informationen zu empfangen und zu verarbeiten. Das Gehirn erhält somit nicht die Aufgabe, sich umzustrukturieren. Stattdessen besteht auf Grund asymmetrischer Bewegungen eher die Gefahr, schmerzhafte Spastiken zu entwickeln.

Das Hauptprinzip des Bobath-Konzepts bezieht dagegen die mehr betroffene Körperseite immer wieder in Alltagsbewegungen ein, indem sie sensorisch stimuliert wird, um sie in ihren Bewegungen mit der weniger betroffenen Körperhälfte in Einklang zu halten.

Schlüsselpunkte

Schlüsselpunkte sind gemäß dem Bobath-Konzept Zonen des menschlichen Körpers mit besonders vielen Propriozeptoren. Diese sind Ansatzpunkt für:

  • Haltungs- und Bewegungsanalysen des Therapeuten
  • Bewegungsbahnung oder -hemmung („Bewegungsfacilitation“) (mit Unterstützung durch den Therapeuten)
  • Funktionelle Bewegungsanweisungen

Hauptziel der Verwendung von Schlüsselpunkten ist es, den Haltungstonus positiv zu beeinflussen.

Das Bobath-Konzept kennt verschiedene Schlüsselpunkte, die eingeteilt werden in:

  • den zentralen Schlüsselpunkt im Bereich des 7. bis 8. Brustwirbel
  • die proximalen Schlüsselpunkte an Schulter und Hüfte, sowie
  • die distalen Schlüsselpunkte an Händen und Füßen sowie dem Kopf.